Seit dem 12. August 2026 gelten in den EU-Mitgliedstaaten neue Verpackungsvorschriften, die den Ausbau von Pfandsystemen für Getränkeverpackungen beschleunigen. Während immer mehr Länder Flaschenpfand einführen, um ambitionierte Recyclingziele zu erfüllen, gilt Deutschlands langjähriges Pfandsystem als Referenzpunkt für Europa.
Als Deutschland 2003 sein verbindliches Flaschenpfandsystem einführte, war das Ziel ehrgeizig: Littering reduzieren, Recycling fördern und Hersteller stärker für den von ihnen erzeugten Abfall verantwortlich machen. Mehr als zwei Jahrzehnte später ist das Pfandsystem zu einer der bekanntesten Umweltmaßnahmen des Landes geworden und hat ähnliche Systeme weltweit inspiriert.
Ein neuer europäischer Standard
Der Ausbau von Pfandsystemen in Europa wird weniger durch freiwillige Nachahmung als durch neue europäische Gesetzgebung vorangetrieben. Die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), welche im Dezember 2024 verabschiedet wurde und am 11. Februar 2025 in Kraft getreten ist, führt harmonisierte Regeln ein, um Verpackungsabfälle zu reduzieren, Wiederverwendung und hochwertiges Recycling zu fördern und eine Kreislaufwirtschaft in der EU zu unterstützen. Zu den Kernanforderungen gehört die getrennte Sammlung von mindestens 90 Prozent der Einwegkunststoffflaschen und Metallgetränkebehälter. Länder, die dieses Ziel mit bestehenden Sammelsystemen nicht erreichen können, sollen Pfandsysteme oder gleichwertige Maßnahmen einführen. Deutschlands Pfandsystem hat sich dabei als wichtiger Referenzpunkt etabliert und zeigt, wie ein landesweites Pfandsystem hohe Sammelquoten erreichen kann.
Dieser Trend geht über Europa hinaus. Laut Reloop lebten 2025 rund 357 Millionen Menschen in Regionen mit Pfandsystemen. Bis 2027 soll diese Zahl auf über 640 Millionen steigen.
Pfandsysteme in Europa im Überblick
Deutschlands Pfandsystem steht nicht mehr allein. In ganz Europa haben Länder zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Ansätzen Pfandsysteme eingeführt. Manche erfassen nur PET-Flaschen und Dosen, andere auch Glasflaschen. Die Pfandbeträge variieren je nach nationaler Politik und Recyclingsystem.

Deutschlands Erfahrung beweist, dass Pfandsysteme außergewöhnlich hohe Sammelquoten erzielen können. PET-Flaschen im deutschen Pfandsystem erreichen Rückgabequoten von rund 97 Prozent, und Studien zeigen, dass Länder mit Pfandsystemen jene ohne solche Systeme deutlich übertreffen. Ob der europaweite Ausbau ähnliche Ergebnisse liefert, wird davon abhängen, wie konsequent die neuen PPWR-Anforderungen umgesetzt werden und ob Länder wie Österreich und Irland, die ihre Systeme erst kürzlich eingeführt haben, ähnlich hohe Rückgabequoten erreichen wie Deutschland nach zwei Jahrzehnten Erfahrung.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Für die deutsche Übersetzung wurde künstliche Intelligenz unterstützend eingesetzt.