Vom Schulstreik der Schwedin Greta Thunberg zur globalen Protestbewegung: Fridays for Future hat sich seit 2018 rasant verbreitet. Heute ist die Bewegung in mehr als 185 Ländern vertreten. An den Klimastreiks beteiligen sich weltweit Millionen Menschen. Rund um die Bewegung sind heute zahlreiche weitere Gruppen entstanden, die Klimaschutz aus ganz unterschiedlichen Perspektiven unterstützen. In dieser Artikelserie geht es darum, wie vielfältig die For-Future-Bewegung geworden ist und welche Menschen, Berufe und Ideen heute unter diesem Namen zusammenkommen.
Berufsgruppen bringen Fachwissen in die Klimadebatte ein
In Deutschland gibt es aktuell 24 For-Future-Arbeitsgruppen. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre Themen und Zugänge. Viele Initiativen bringen berufliches Wissen, wissenschaftliche Expertise, Beratung, Technik, Recht, Bildung, Gesundheit oder kreative Ausdrucksformen in die Klimabewegung ein.
Insgesamt lassen sich acht der 24 gesammelten For-Future-Initiativen in Deutschland zu Berufsgruppen zuordnen. Eine vergleichsweise bekannte Initiative ist Scientists for Future, die wissenschaftliche Erkenntnisse in die Klimadebatte einbringen und klimapolitische Forderungen mit fachlicher Einordnung unterstützen. Auch andere Gruppen setzen auf Expertise aus bestimmten Bereichen: Lawyers for Future beschäftigen sich mit rechtlichen Fragen rund um Klimaschutz. Architects for Future und Engineers for Future bringen Perspektiven aus Bau, Stadtentwicklung, Infrastruktur und Technik ein. Teachers for Future greifen die Rolle von Bildung und Wissensvermittlung auf.
Auch gesundheitliche und psychologische Berufsgruppen sind Teil der Bewegung. Psychologists for Future beschäftigen sich mit den psychischen Belastungen der Klimakrise, während Pharmacists for Future den Gesundheitsbereich stärker in den Blick nehmen.
Ein etwas anderer, aber sehr wichtiger Zugang kommt von Konfliktmoderation for Future. Die Initiative unterstützt Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung wiederum dabei, interne Konflikte zu bearbeiten und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Klimaschutz braucht eben nicht nur Fakten und Forderungen, sondern auch Menschen, die Bewegungen im Inneren stärken.
Kreativität ist auch dabei
Neben den Berufsgruppen gibt es im bunten deutschen For-Future-Universum fünf kreative Initiativen: Creatives for Future, Artists for Future, Filmmakers for Future, Films for Future und Content for Future. Diese Gruppen arbeiten anders als klassische Fachinitiativen. Sie vermitteln Klimathemen über Bilder, Texte, Filme, Bühnenformate, digitale Inhalte und künstlerische Projekte.
Gerade solche sichtbaren und greifbaren Formen sind für die Bewegung sehr wichtig. Für viele Menschen wirkt der Klimawandel abstrakt: Temperaturanstieg, CO₂-Budgets oder Kipppunkte sind schwer vorstellbar. Kunst, Kultur und Medien können helfen, diese Themen emotionaler, verständlicher und sichtbarer zu machen. Sie erreichen auch Menschen, die sich von wissenschaftlichen Berichten oder politischen Debatten weniger angesprochen fühlen.
Klimaschutz findet nicht nur auf der Straße statt
Die 14 Initiativen aus den Bereichen Beruf, Wissen und Kreativität sind mehr als ein Anhängsel von Fridays for Future. Sie erweitern die Bewegung um Expertise, Vermittlung und kulturelle Arbeit. Klimaschutz wird dadurch verständlich vermittelt und in unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche getragen. Für viele Interessen, Berufe und Talente gibt es eine passende Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die ein gemeinsames Ziel haben: den Klimawandel aufzuhalten.
Die For-Future-Bewegung bietet damit nicht nur die Möglichkeit, auf die Straße zu gehen. Sie schafft auch Räume, in denen Menschen ihre eigenen Fähigkeiten einbringen können: wissenschaftliches Wissen, rechtliche Expertise, pädagogische Erfahrung, kreative Ideen oder organisatorische Unterstützung. Damit macht sie Klimaschutz für viele verschiedene Menschen zugänglich.