Im ersten Teil dieser Artikelserie ging es um Berufsgruppen und kreative Initiativen innerhalb der For-Future-Bewegung: Gruppen, die Klimaschutz mit Fachwissen, beruflicher Erfahrung oder kultureller Arbeit unterstützen. Doch die For-Future-Bewegung in Deutschland ist noch breiter. Heute engagieren sich auch Eltern, Großeltern, Studierende, gläubige Menschen und viele andere Gruppen für mehr Klimaschutz. Sie bringen nicht unbedingt wissenschaftliche Studien oder berufliche Expertise mit, sondern ihre eigene Lebenserfahrung, Verantwortung und Alltagsperspektive. Genau darum geht es im zweiten Teil der Serie.
Klimaschutz ist nicht nur ein Jugendthema
Neben den Berufsgruppen und kreativen Initiativen gibt es sieben Initiativen, die sich bestimmten Personengruppen zuordnen lassen. Dazu gehört zum Beispiel Students for Future. Damit bleiben junge Menschen an Universitäten weiterhin ein wichtiger Teil der Klimabewegung.
Sehr präsent im öffentlichen Raum sind seit einigen Jahren die Omas for Future. Mit ihrem Engagement räumen sie mit dem Klischee auf, Klimaprotest sei vor allem ein Anliegen junger Menschen. Bundesweit beteiligen sie sich an Klimastreiks und veranstalten eigene Demonstrationen. Auch Grandparents for Future zeigt, dass Klimaschutz längst nicht nur ein Jugendthema ist. Doch sie sind nicht die Einzigen, die Klimaschutz aus einer Familien- oder Generationenperspektive denken. Parents for Future Germany versteht Klimaschutz auch als Verantwortung gegenüber Kindern und kommenden Generationen.
Verschiedene Lebensrealitäten, verschiedene Zugänge
Auch religiöse Gruppen sind Teil des Netzwerks. Christians for Future und Churches for Future bringen kirchliche und christliche Perspektiven in die Klimadebatte ein. Vegans for Future verbindet Klimaschutz mit veganer Ernährung, Tierwohl und Nachhaltigkeit.
All diese Gruppen machen die Bewegung breiter. Klimaschutz wird nicht von allen Menschen gleich verstanden oder gleich gelebt. Manche kommen über Familie dazu, andere über Religion, Studium, Ernährung oder ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation. Genau dadurch wird die Bewegung vielfältiger.
Unterschiedliche Initiativen und Formen der Beteiligung
Neben den Personengruppen gibt es in Deutschland auch vier Initiativen, die sich nicht eindeutig einer Berufsgruppe, kreativen Initiative oder Personengruppe zuordnen lassen. Dazu gehören Netzwerke und thematische Zusammenschlüsse, die Klimaschutz über bestimmte Aktionen oder Interessen organisieren.
Auch die Ortsgruppen von Fridays for Future, die hier nicht separat gelistet oder gezählt wurden, spielen dabei eine wichtige Rolle. In jedem Bundesland und in vielen deutschen Städten gibt es Ortsgruppen, die lokale Klimapolitik begleiten und Menschen aus der Region oder Stadt miteinander vernetzen. Aktuell sind über 500 Ortsgruppen in Deutschland gelistet.
Gerade Ortsgruppen können nah an den Problemen und Entscheidungen in ihrer Umgebung arbeiten. Sie kennen die Situation vor Ort, können Menschen direkt ansprechen und politische Prozesse in Städten oder Gemeinden begleiten.
Netzwerke, Gesundheit und neue Formen der Beteiligung
Schwarm for Future und Facilitators for Future unterstützen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen, begleiten Beteiligungsprozesse und moderieren Workshops oder Veranstaltungen. Dadurch sollen gemeinsame Projekte und Entscheidungen innerhalb der Bewegung erleichtert werden.
Auch thematische Gruppen gehören dazu. Yoga for Future verbindet Klimaschutz mit Gesundheit und Achtsamkeit. Health for Future bringt die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise stärker in die öffentliche Debatte ein.
Diese Kategorie wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas gemischter als Berufsgruppen oder Personengruppen. Gerade das macht sie aber interessant. Sie zeigt, wie unterschiedlich sich Menschen organisieren können, wenn sie ein gemeinsames Ziel haben. Manche bauen Netzwerke auf, andere arbeiten thematisch oder unterstützend im Hintergrund.
Eine Bewegung mit vielen Einstiegspunkten
Die For-Future-Bewegung ist nicht nur fachlich breit, sondern auch gesellschaftlich vielfältig. Menschen finden über ganz unterschiedliche Wege Zugang zum Thema Klimaschutz. Für manche beginnt es mit dem eigenen Kind. Für andere mit dem Studium, dem Glauben, der Ernährung, der eigenen Generation oder einem konkreten politischen Anliegen. Genau darin liegt eine Stärke der Bewegung: Sie bietet viele Einstiegspunkte.
Aus Fridays for Future ist damit ein breiteres Umfeld entstanden, in dem viele Menschen ihren eigenen Platz finden können. Der gemeinsame Nenner bleibt der Einsatz für mehr Klimaschutz – die Wege dorthin sind aber sehr unterschiedlich.